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| Der junge
Goethe 1749 – 1775 |
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Die
schicksalhafte Begegnung mit Johann Gottfried Herder
begeistert ihn für die Ideen des Sturmes und Dranges und die
großen sprachlichen Leistungen der Lutherbibel, Shakespeares,
Homers und des Volksliedes. |
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Die Liebe zu
der Pfarrerstochter von Sesenheim, Friederike Brion, lässt ihn
zu einem nie gekannten ursprünglichen Ton in den "Friederiken-Liedern"
finden. Er verlässt sie ohne Abschied um am Reichskammergericht nach Wetzlar zur weiteren juristischen Ausbildung zu
gehen. |
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In Wetzlar verliebt
er sich leidenschaftlich in die Verlobte seines Freundes Kestner,
Charlotte Buff. Gestaltung und zugleich Überwindung dieser
Beziehung bedeutet für Goethe der bekenntnishafte Briefroman „Die
Leiden des jungen Werther“. |
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Als der Herzog Karl
August von Sachsen-Weimar den jungen Dichter einlädt, sagt Goethe
zu. Im November 1775 trifft Goethe in Weimar ein. Aus dem Besuch
wird ein Bleiben für immer. Weimar wird zum kulturellen Mittelpunkt
der klassischen Literatur- und Kunstepoche. |
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Goethes
erste Weimarer Jahre 1775 - 1786 |
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Wieland ist bereits
in Weimar, nun wird Goethe durch den jungen Herzog Karl August mit
verschiedenen staatspolitischen Aufgaben betraut. Goethe beruft
Herder als Generalsuperintendenten und Hofprediger nach Weimar. 1799
schließlich übersiedelt auch Schiller dorthin. |
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In Weimar löst
sich Goethe endgültig aus dem Sturm und Drang. Diese innere Läuterung
wird zum Teil durch die Hingabe an seine staatsamtliche Tätigkeit
herbeigeführt. Vollendet wird sie aber durch die Freundschaft mit
der feinsinnigen und hochgebildeten Frau Charlotte von Stein. Sie führt
ihn aus der Ichversponnenheit zur Anerkennung der Gesellschaft.
Diese Freundschaft findet auch in den dichterischen Werken ihren
Niederschlag. Waren die Jugendwerke der Sturm-und-Drang-Periode in
unbekümmerter Genialität in kürzester Zeit hingeschrieben worden,
so überarbeitet Goethe fortan alle Werke. In flüchtiger
Prosafassung entstehen die drei Dramen „Die
Geschwister“, „Iphigenie“
und „Tasso“
sowie der Roman „Wilhelm
Meister“. |
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Die
italienische Reise 1786 - 1788
Neben der
allgemeinen Sehnsucht der damaligen deutschen Geisteswelt nach
der klassischen Antike entspringt die Reise Goethes vor allem
dem Wunsch, sich aus den zermürbenden Staatsgeschäften zurückzuziehen,
um zur Selbstbesinnung zu gelangen. Das Ziel seiner Reise ist
Rom. Hier umgibt ihn die Kultur der Antike, deren „edle
Einfalt und stille Größe“
im Sinne Winckelmanns er jetzt als jenes Stilgesetz erkennt,
das nicht das Individuelle, sondern allgemein Menschliche, das
Typische zum Ausdruck bringen soll. Darum beschließt Goethe
nun, alles in Weimar Geschaffene einer durchgreifenden
Umarbeitung zu unterziehen, deren äußeres Merkmal die
Anwendung der gebundenen Rede anstelle der Prosa ist. |
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Nach der
Rückkehr aus Italien 1788 - 1794 |
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Die im klassischen Sinne
überarbeiteten Werke finden nicht die gewünschte Anerkennung.
Goethe widmet sich jetzt naturwissenschaftlichen und
kunstgeschichtlichen Studien. Er unternimmt eine zweimonatige Reise
nach Venedig, deren dichterisches Ergebnis die "Venezianischen
Epigramme" sind. |
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Der Bund mit
Schiller 1794 - 1805
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Die
Zeit zwischen Goethes Rückkehr aus Italien und Schillers Tod (1788
– 1805) umschließt im engeren Sinne die Weimarer Klassik, die
sich die maßvolle und harmonisch ausgewogene Darstellung zur Aufgabe
setzt:
1.
Schiller drängt Goethe zur klaren, philosophischen
Fundierung seiner Dichtung.
2.
Goethe zwingt seinen Freund von einem idealistischen Höhenflug
herunter auf die realistische Ebene.
Ein gemeinsames
Ergebnis der dichterischen Tätigkeit sind die „Xenien“
und vor allem die im Balladenjahr 1797/98 entstandenen
Balladendichtungen. Die Ballade des Sturm-und-Drangs mit ihrer
Tendenz zum Dämonischen, Geisterhaften weicht nun, besonders bei
Schiller, der Ideenballade. |
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Der
alte Goethe 1805 - 1832
Die
Jahre nach Schillers Tod bringen den Untergang des Heiligen
Römischen Reiches und die Besetzung Europas durch die
napoleonischen Heerscharen.
Die
Ideen der Romantik bezüglich der Weltliteratur und die
Herausgabe der deutschen Volkslieder im „Wunderhorn“
finden seinen ungeteilten Beifall. Er versenkt sich selbst in
persische und spanische Literatur und interessiert sich
lebhaft für die zeitgenössische Literatur Europas. Auch im
Leben des alternden Goethe spielen Frauen wiederholt eine für
seine Dichtung stimulierende Rolle, die Liebeslyrik des „Westöstlichen
Divian“ und die „Marienbader
Elegie“. |
Die
letzten Lebensjahre sind mit unermüdlicher dichterische Arbeit erfüllt.
Außer den lyrischen Dichtungen entsteht das Drama „Pandora“,
werden „Faust
II“ sowie die epischen Werke „Wilhelm
Meisters Wanderjahre“. „Die
Novelle“ und „Die
Wahlverwandtschaften“
vollendet. Der alte Goethe wird zu einer mythischen
Gestalt. Von Goethe empfangen zu werden, gilt besonders bei jungen
Engländern, die Europa bereisen, als gesellschaftliche
Auszeichnung. |